Konkrete Pflichten für Unternehmen gemäß BFSG

Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) stellt Unternehmen vor neue Herausforderungen im Bereich der digitalen Barrierefreiheit. Die gesetzlichen Vorgaben des BFSG verpflichten Unternehmen, ihre Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten. In diesem Artikel beleuchten wir die konkreten Pflichten gemäß BFSG und wie Unternehmen BFSG-Compliance erreichen können.

Inhalt

Zentrale BFSG-Anforderungen für UnternehmenUmsetzung der BFSG-Anforderungen in der PraxisPrüfung der BFSG-ComplianceRechtliche Konsequenzen bei NichteinhaltungFazit: BFSG als Chance für Unternehmen

Zentrale BFSG-Anforderungen für Unternehmen

1. Barrierefreie Produkte und Dienstleistungen

Unternehmen müssen sicherstellen, dass ihre Produkte und Dienstleistungen den BFSG-Richtlinien für Barrierefreiheit entsprechen. Dies umfasst sowohl physische Produkte als auch digitale Angebote wie Websites und Apps.

2. Dokumentation der Barrierefreiheit

Eine wichtige Pflicht ist die Dokumentation der Barrierefreiheitsmaßnahmen. Unternehmen müssen nachweisen können, wie sie die BFSG-Anforderungen umsetzen und welche Schritte sie zur Verbesserung der Barrierefreiheit unternehmen.

3. Schulung von Mitarbeitern

Unternehmen sind verpflichtet, ihre Mitarbeiter im Bereich Barrierefreiheit zu schulen. Dies gilt insbesondere für Mitarbeiter, die direkt mit der Entwicklung und Bereitstellung von Produkten und Dienstleistungen befasst sind.

4. Regelmäßige Überprüfungen

Die Einhaltung der BFSG-Vorschriften muss regelmäßig überprüft werden. Unternehmen sollten interne Audits durchführen und gegebenenfalls externe Experten für Barrierefreiheitsprüfungen hinzuziehen.

Umsetzung der BFSG-Anforderungen in der Praxis

Um die BFSG-Compliance sicherzustellen, müssen Unternehmen konkrete Maßnahmen ergreifen:

1. Digitale Barrierefreiheit

  • Implementierung der WCAG 2.1 Richtlinien für Websites und Apps

  • Bereitstellung von Textalternativen für Nicht-Text-Inhalte

  • Gewährleistung der Tastaturzugänglichkeit aller Funktionen

  • Anpassung von Kontrasten und Schriftgrößen für bessere Lesbarkeit

2. Barrierefreie Produkte

  • Entwicklung von Produkten mit einfacher und intuitiver Bedienung

  • Berücksichtigung verschiedener Eingabemethoden

  • Bereitstellung von Produktinformationen in barrierefreien Formaten

3. BFSG-konforme Dienstleistungen

  • Schulung des Kundenservice-Personals im Umgang mit Menschen mit Einschränkungen

  • Angebot von alternativen Kommunikationskanälen (z.B. Gebärdensprach-Videochat)

  • Barrierefreie Gestaltung von Veranstaltungen und Schulungen

Prüfung der BFSG-Compliance

Unternehmen sollten regelmäßige Barrierefreiheitsprüfungen durchführen, um ihre BFSG-Compliance zu gewährleisten. Dies kann folgende Schritte umfassen:

  1. Selbsteinschätzung anhand der BFSG-Checkliste

  2. Automatisierte Tests für digitale Angebote

  3. Manuelle Überprüfungen durch Experten

  4. Nutzertests mit Menschen mit verschiedenen Einschränkungen

Rechtliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung

Die Nichteinhaltung der BFSG-Pflichten kann für Unternehmen ernsthafte rechtliche und finanzielle Konsequenzen haben. Mögliche Folgen sind:

  • Bußgelder

  • Abmahnungen durch Wettbewerber oder Verbraucherverbände

  • Imageschäden und Reputationsverlust

Fazit: BFSG als Chance für Unternehmen

Die Umsetzung der BFSG-Anforderungen mag zunächst als Herausforderung erscheinen, bietet jedoch auch Chancen für Unternehmen. Durch die Schaffung barrierefreier Produkte und Dienstleistungen können Unternehmen:

  • Ihre Zielgruppe erweitern

  • Die Kundenzufriedenheit erhöhen

  • Sich als verantwortungsbewusstes Unternehmen positionieren

Unternehmen, die die BFSG-Compliance ernst nehmen und proaktiv umsetzen, können nicht nur rechtliche Risiken minimieren, sondern auch von den Vorteilen einer inklusiven Unternehmenskultur profitieren.

FAQ

Welche Tools helfen bei der Prüfung der Barrierefreiheit?

WAVE, axe, Lighthouse, WCAG-Color-Checker und manuelle Tests durch Screenreader wie NVDA oder JAWS.

Welche Ziele verfolgt das BFSG?

Es soll Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu Produkten und Dienstleistungen ermöglichen und die Barrierefreiheit verbessern.

Was sind die 13 Richtlinien des BFSG?

Sie basieren auf den WCAG 2.1 und definieren detaillierte Anforderungen für digitale Barrierefreiheit: Textalternativen für Bilder Alternativen für Audio und Video-Content Anpassbarkeit der Darstellung Unterscheidbarkeit von Inhalten Tastaturzugänglichkeit aller Inhalte Ausreichend Zeit für die Inhalte Anfälle und physische Reaktionen vermeiden Navigierbarkeit erleichtern Verschiedene Eingabemethoden anbieten Lesbarkeit sicherstellen Vorhersehbarkeit der Inhalte Eingabehilfen unterstützen Kompatibilität

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